X53. Vladimir Mitrev _ 20.9.14 – 28.4.18

ab 17. März 2020

Für Vladimir Mitrev (*1972) spielt die Zeit eine entscheidende Rolle, um seine künstlerischen Ideen zuverwirklichen. Zweifelsohne ist die Thematik der Zeit (-lichkeit) in der Kunst eines der begehrtesten Motive für zahlreiche Künstler. Durch seine malerische Auslegung in virtuoser Weise geht Mitrev jedoch einzigartig mit der Zeitlichkeit um und erweitert, anhand der Time Paintings, die Deutung der Malerei selbst. Seine Bildserie Time Paintings schafft Mitrev auf quadratischen Leinwänden, die mittels eines mathematischen Prinzips mit dünnen Farbschichten bemalt werden. Dabei verwendet er ausschließlich pure Ölfarbe und verzichtet auf zusätzliche Hilfsmittel wie Sikkative oder Wachse, welche zur Beschleunigung des Trocknungsprozesses der Farbe eingesetzt werden und diese dadurch beeinflussen. Somit repräsentiert und dokumentiert jede Farbschicht der Time Paintings die Zeit, in welcher die Farbe auf natürliche Art und Weise schrittweise trocknete: „Waiting, Painting: Doing Time“, wie es der Literaturwissenschaftler Sean Silver in seinem Essay „Waiting, Painting: Doing Time“, der im Katalog Time Paintings zur Ausstellung 20.9.14–28.4.18 erscheint, über die Serie ausdrückt. Der wesentliche Bestandteil des Malprozesses ist für den Künstler folglich der Prozess des Wartens, da das Warten die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Mitrev sieht diese zeitbasierten Werke als eine persönliche und existenzielle Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Zeit in der Malerei. Anhand der Assoziation des Malens mit der individuellen Wartezeit lassen sich die Farbflächen in einem konkreten zeitlichen Raum markieren, welche der Dauer der Bemalung jedes einzelnen Bildes entspricht. Schließlich können Mitrevs Time Paintings als eine Dokumentation der Zeit gesehen werden, wie die Ringe eines Baumstammes.

Neben der malerischen Tätigkeit beschäftigt sich Mitrev mit Videoinstallationen, welche politische sowie historische Fragen stellen und ihm eine Vielzahl an Nominierungen für internationale Auszeichnungen einbrachten

Vladimir Mitrev (*1972)

Vladimir Mitrev studierte Fine Art an der Universität der Künste in Berlin (1997–2003) und Wimbledon School of Art in London (2001). Im Jahr 2004 setzte er das Studium in demselben Fach an der Carnegie Mellon UniversityArt Collegein Pittsburgh (USA) fort und zugleich war er ein Meisterschüler an der Universität der Künste in Berlin (2003–2004).

Er lebt und arbeitet in Basel (CH), Berlin und Sofia (Bulgarien).